Die besondere Beziehung zwischen Autoren und Lesern

Ich habe über dieses Thema schon vor einigen Wochen auf meiner Facebookseite geschrieben. Doch ich denke, dass nicht jeder von euch dort jeden meiner Beiträge liest. Obwohl es sich bestimmt lohnen würde 😉

Deshalb poste ich hier leicht abgeändert noch einmal, was ich dort geschrieben habe. Auch, weil es mir am Herzen liegt.

Die Beziehung zwischen Autoren und Lesern ist keine Einbahnstraße. Das gilt besonders in Zeiten des Selfpublishings. Wie sicher eine Menge Schriftsteller hoffe ich, dass meine Bücher euch gut unterhalten und vielleicht manchmal sogar durch schwere Zeiten helfen.

Doch es funktioniert auch in die andere Richtung. In einer amerikanischen Facebook-Gruppe habe ich vor Kurzem einen Post gelesen von einer Autorin, die die Hand ihrer Mutter gehalten hatte, während diese nach einer schweren Krankheit verstarb. Danach fühlte sie sich erschöpft und ausgelaugt und bezweifelte, jemals wieder schreiben zu können.

Und dann sah sie die erste Rezi für ihr neues Buch (5 Sterne) bei Amazon. „Das Geschenk eines/einer Fremden“ und ihr wurde klar, dass Schreiben genau das ist, was sie für den Rest ihres Lebens tun möchte.

Wow!

So dramatisch waren meine eigenen Erlebnisse (zum Glück) nicht. Aber auch ich habe schon mehrmals darüber geschrieben, was LeserInnen-Reaktionen für mich bedeuten. Zum Beispiel so:

Denn, ganz ehrlich, natürlich fördern 4 oder 5 Sterne in einer Amazonrezension vermutlich den Verkauf. Vor allem aber tut es mir als Autorin unheimlich gut zu sehen, dass das, was ich schreibe, bei Lesern und Leserinnen Resonanz erzeugt und dass ihnen genau das gefällt, womit ich mir vielleicht viel Mühe gemacht habe, oder aber, was auch mich beim Schreiben amüsiert hat.

Das gilt natürlich auch für Rückmeldungen in E-Mails, Kommentaren unter Posts usw. Diese Dinge erinnern mich immer wieder daran, für wen ich schreibe, nämlich für (meine) Leser.

Ich gehöre nicht zu den Personen, die nur für sich schreiben, die auch schreiben würden, wenn das Manuskript sozusagen in der Schublade verschwinden und es nie jemand anderes zu Gesicht bekommen würde. Ich brauche ein Publikum, egal wie groß oder wie klein.

Das letzte Wort soll der unvergleichliche Joss Whedon haben (der von TV-Serien wie Buffy und Firefly und den Avenger-Filmen), der über das Geben und Nehmen so gesprochen hat:

If you think topping a box office record compares with someone telling you your work helped them through a rough time, you’re probably new here. (For the record, …: topping a box office record is super-dope …)

Das bedeutet in etwa:

Wenn du glaubst, dass Zuschauerrekordzahlen herankommen an den Moment, wo dir jemand erzählt, dass dein Werk ihm durch eine schwierige Zeit geholfen hat, bist du wahrscheinlich neu im Geschäft. (Um das festzuhalten …: so ein Zuschauerrekord ist super cool …)

Ein längerer Post. Aber ich musste das einfach teilen.

PS: Das Sahnehäubchen: Als ich einen Screenshot machen wollte, um diesen Beitrag zu illustrieren (Facebook liebt, glaube ich, Bilder), fand ich eine tolle neue Rezension für „Ohne Skrupel“.

Ich zitiere mal:

Aber Vorsicht: Suchtgefahr nach mehr Büchern von Ingrid Glomp ist programmiert!!!

So fängt der Tag gut an 🙂 (Am Rande: Als Schreibdozentin freut mich, dass da jemand weiß, dass man sich bei „programmiert“ das „vor“ schenken kann.)

Den Screenshot habe ich gemacht, die beiden anderen Fotos stammen von Death to Stock.

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