Gefälschte Medikamente – weiterhin ein aktuelles Thema

OHNE SKRUPEL2500In meinem Thriller Ohne Skrupel geht es um gefälschte Medikamente in der Dritten Welt. Er ist bereits 2011 erschienen. Doch leider ist das Thema weiterhin aktuell und das wird es wohl auch noch einige Zeit bleiben.

Jetzt habe ich mit Interesse gesehen, dass es nächste Woche in der ARD einen Fernsehfilm und anschließend eine Dokumentation darüber gibt, und zwar am 17. Mai (2017), ab 20:15 Uhr.  Zu den Darstellern des Fernsehfilms gehören Heiner Lauterbach, Julia Koschitz und Maria Furtwängler. Weitere Informationen findet ihr auf der Seite des Bayerischen Rundfunks unter dem Titel Gefährliche Medikamente*.

Ich bin gespannt, wie die Fernsehmacher das Thema angehen. Die Fernsehzeitung des STERN vergibt vier von fünf Sternen und stellt fest: „das … Drama ist … nicht immer plausibel. In seiner anschließenden Doku … wird [Regisseur] Harrich deutlicher.“

Was die fiktionale Geschichte angeht, äußert sich der Autor Gert Heidenreich auf der Website unter dem Stichwort Drehbuch unter anderem so: „Man muss sich als Autor zunächst ganz von den belegbaren Fakten lösen.“ Und weiter: „Die Fiktion wurde nicht den Fakten angepasst, sondern die Tatsachen wurden in möglichst hohe Spannung zu den erfundenen Charakteren gebracht.“ Wobei ich den letzten Teil nicht verstehe, also wie man Tatsachen in hohe Spannung zu den Charakteren bringt 😉

Wenn ich mir das Material auf der Seite des BR durchlese, habe ich das Gefühl, dass dort die Situation in Deutschland dramatischer wirkt, als sie tatsächlich ist. Auch wir können uns nicht zu 100 Prozent sicher fühlen. Das stimmt. Aber das Risiko ist bei Mitteln aus der Apotheke vergleichsweise gering. Dramatisch ist die Lage tatsächlich in Ländern, wo die Überwachung des Arzneimittelmarkts weniger gut funktioniert.

Journalistisch habe ich darüber ebenfalls schon vor Jahren in dem Artikel Tödliche Imitate und in dem gleichnamigen E-Book geschrieben:

TODLICHE IMITATE1000

Aktuelle ergänzende Informationen poste ich regelmäßig in meinem Wissenschaftsblog, zuletzt zum Beispiel über Gefälschtes Valium in Schottland.

Was meine Geschichten und speziell meine Thriller angeht, habe ich eine andere Herangehensweise als der Autor des Fernsehfilms. Ich versuche, mich so genau an die Fakten zu halten, wie es möglich ist. Damit meine ich: Natürlich muss die Geschichte spannend, emotional, interessant sein. Dazu gehört, dass man die Handlung nicht auf so viele Figuren verteilen kann, wie es der Realität entspricht. Für hiesige Leser ist es wohl auch ansprechender, wenn es einen Bezug zu Deutschland gibt. Dafür sorgt unter anderem meine Heldin, die Journalistin Cori Stein.

Ich glaube aber, dass eine Geschichte gerade durch – für die Leser vielleicht auch überraschende – Fakten interessant und auf alle Fälle authentischer werden kann. Zumindest einige von euch scheinen dies, wie ich mitbekommen habe, auch so zu sehen.

Was genau ist jeweils wahr, was Fiktion? Dazu schreibe ich gewöhnlich etwas am Ende des Buches selbst und/oder in verschiedenen Posts in diesem Blog. Hier ein Beispiel: Eiskalt in Moskau: Hintergründe und Inspirationen.

Ihr könnt mich im Zweifelsfall natürlich auch einfach fragen 😉

Wie bin ich jetzt darauf gekommen? Ach ja, der Themenschwerpunkt in der ARD. Ich bin schon gespannt …

Nachtrag: Und dann schaue ich bei Netflix die dritte Folge der ersten Staffel der Serie Sense8. – Und worum geht’s unter anderem? Gefälschte Medikamente, die Herstellung in Indien, den Verkauf in Afrika. Durchaus realistisch dargestellt. Es scheint, dass dieses wichtige Thema langsam auch die Geschichtenerzähler erreicht.

* Noch mehr Infos auf der zugehörigen Website von Das Erste.

csthriller

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