Cori Stein und die Wahrheit, Fortsetzung

eim900Wer die Wahrheit such, lebt gefährlich. So lautet das Motto meiner Cori-Stein-Thriller.

Ende letzten Jahres habe ich bereits einmal eine Passage aus einem der Bücher zitiert, die Coris Einstellung zu diesem ihr so wichtigen Wert beleuchtet, und zwar in dem Post Cori Stein und die Wahrheit.

Gestern habe ich in einer Diskussion auf Facebook etwas zitiert, das ich im dritten Band der Thriller-Reihe dazu geschrieben habe und das Coris Haltung noch weiter beschreibt. Natürlich liegt dieses Thema ihr als Journalistin besonders am Herzen, doch das ist nicht der einzige Grund, wie Leser wissen oder ahnen.

Gerade eben kam mir der Gedanke, dass dieser Auszug aus dem neuesten Cori-Stein-Buch eine schöne Ergänzung zu dem vorherigen Post hier im Blog wäre. (Vielleicht finde ich auch in Das Phönix-Vermächtnis noch etwas. Dann poste ich es als Teil 3.)

Ich denke, das reicht als Vorrede 🙂 Hier sind also Coris Gedanken aus Band 3 (Eiskalt in Moskau):

In einer idealen Welt hätte Mila in Russland die Wahrheit über Petrow, seine Machenschaften und seine Freunde berichten können und die Institutionen, sprich: Justiz und Polizei, hätten entsprechend reagiert. Doch die Personen in diesen Institutionen dienten den Mächtigen im Staat, waren selbst machtlos, verängstigt und/oder korrupt. Dasselbe galt für die meisten Medien. Wie hatte es dazu kommen können?

Die Antwort auf diese Frage beunruhigte Cori am allermeisten. Es kam dazu, weil viele Menschen Politiker gewählt hatten, die ein solches System aufbauten. Weil viele Menschen Demokratie für anstrengend und überflüssig hielten. Weil sie gar nicht selbst denken, ja, und dieser Gedanke tat Cori besonders weh, weil viele Menschen nicht die Wahrheit wissen wollten, nicht bereit waren, das, was sie zu wissen glaubten, mit den Fakten zu vergleichen. Auch in den Medien in noch demokratischen Ländern setzten viele zynisch oder aus Faulheit auf Emotionen statt auf Tatsachen, die sich überprüfen ließen. Von Politikern ganz zu schweigen. Der Oxford English Dictionary hatte post-truth (auf Deutsch postfaktisch) zum Wort des Jahres 2016 erklärt, ein Adjektiv, das ausdrückte, dass Fakten eine geringere Rolle spielen als Gefühle und persönliche Ansichten. In Deutschland redeten manche plötzlich von „gefühlter Wahrheit“, die es zu bedienen galt.

Was für ein Quatsch! Und gefährlich dazu. Cori schüttelte sich: Das Wort Wahrheit war ganz klar definiert. Wahrheit war das, was den Fakten entsprach, und nicht das, was man aus Angst, Vorurteilen, Bequemlichkeit oder Propagandagründen dazu erklärte. Auf Versuche, das, was den Tatsachen entsprach, zu verbergen, zu beschönigen, zu leugnen (ihre Mutter war eine Meisterin darin), auf solche Versuche also reagierte Cori absolut allergisch.

***

Newsletter abonnieren und keine Neuigkeit verpassen
Mein Newsletter informiert Sie frühzeitig über neue Bücher, Preis-Aktionen und mehr. Ja, ich möchte den Newsletter abonnieren.

csthriller

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Cori Stein, Eiskalt in Moskau veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.