Eiskalt in Moskau: Hintergründe und Inspirationen

eim900Das Folgende ist ein leicht abgewandeltes Kapitel aus dem Anhang meines neuen Thrillers Eiskalt in Moskau:

Die Fakten im Zusammenhang mit der Droge Krokodil (Desomorphin), die ich in diesem Buch schildere, stimmen im Wesentlichen. Bis auf ein Detail: Inzwischen gibt es die Medikamente, aus denen man es herstellen kann, nur noch gegen Rezept.

In einem empfehlenswerten Beitrag im Deutschlandfunk heißt es zum Beispiel:

… Gleichzeitig waren die Medikamente, aus denen Krokodil gebraut wird, bis vor Kurzem rezeptfrei und billig zu haben. Die Pharmafirma, die sie herstellt, machte gigantische Umsätze, und das Gesundheitsministerium weigerte sich, eine Rezeptpflicht für sie einzuführen. Erst nach dem Verbot stieg ein Großteil der Krokodil-Abhängigen auf andere, weniger gefährliche Drogen um, die sie ebenfalls rezeptfrei in der Apotheke kaufen.

Ein anderer Artikel, geschrieben von zwei Wissenschaftlern, stellt fest:

Finally, in June 2012 the Russian federal government restricted access to codeine-containing medications. Scientific and media reports suggest these bans slowed but didn’t stop their diversion to krokodil.

Das heißt, das Problem mit Krokodil ist kleiner geworden, aber nicht verschwunden.

Weitere anschauliche Informationen über die Droge findet ihr unter diesen Links:

ein Dokumentarfilm von N24,

The World’s Deadliest Drug: Inside a Krokodil Cookhouse (Artikel des Magazins TIME mit Fotos).

Über geschlossene Städte habe ich ebenfalls eine Menge recherchiert, auf verschiedenen, teilweise obskureren Websites. Außerdem findet man bei Wikipedia Einträge dazu sowie auch speziell über Nowouralsk. Hier möchte ich nur einen Artikel nennen, der für Menschen, die etwas mehr erfahren möchten, interessant sein könnte: Zutritt verboten, ein Foto-Bericht im Magazin der Süddeutschen Zeitung. Wobei nur die ersten vier Fotos „echt“ sind. Der Rest ist gestellt.

Dieses Video bei Youtube zeigt vermutlich das echte Nowouralsk.

Aufschlussreich fand ich schließlich den Dokumentarfilm City 40 über eine andere geschlossene Stadt, nämlich Ozersk (= City 40), die etwa 100 km von Jekaterinburg entfernt ist. Ich habe den Film bei Netflix gefunden. Der Guardian hat einen ausführlichen Artikel darüber geschrieben: ‚The graveyard of the Earth‘: inside City 40, Russia’s deadly nuclear secret.

Der Guardian war übrigens auch eine meiner wichtigeren Quellen in Bezug auf die Zustände im heutigen Russland. (Nachtrag vom 5.1.2017: Heute habe ich dort einen weiteren aufschlusseichen Artikel gefunden. Der Titel: All the Kremlin’s Men by Mikhail Zygar review – inside the Putinocracy.)

Im Guardian habe ich außerdem zum ersten Mal etwas über die Mafia-Gräber in Jekaterinburg gelesen, und zwar in diesem Beitrag: What to see in Russia – readers’ travel tips. Ein älterer Artikel in der New York Times zum selben Thema trägt den schönen Titel Whacked But Not Forgotten (whacked, auf Deutsch: umgelegt).

Um Russland und seine Menschen besser kennenzulernen, habe ich schließlich eine Reihe von Büchern gelesen, hauptsächlich Krimis:

– Darja Donzowa, Verlieb dich nie in einen Toten,

– Polina Daschkowa, Der falsche Engel,

– Alexandra Marinina, Im Antlitz des Todes: Anastasijas achter Fall,

– John Sweeney, Cold,

– Mikhail Bezrukov, How To Survive In Russia: From The Bear’s Mouth,

– Julia Gousseva, Russian Soup Recipes: Thirty Delicious and Easy Soup Recipes.

Ich hoffe, diese Einblicke in meine Arbeitsweise und die zusätzlichen Infos zu meinen Büchern sind für euch interessant. Über Das Phönix-Vermächtnis habe ich ja hier im Blog etwas Ähnliches gepostet.

Meine Thriller spielen bekanntlich in der wirklichen Welt und handeln von realen Problemen. Allerdings (Spoiler!) siegen bei mir die Guten — zumindest mehr oder weniger.

csthriller

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