Sneak Peek: Das 1. Kapitel des 2. Cori-Stein-Thrillers (Teil 3)

Kapitel1kleinHeute folgt nun der dritte Teil und damit das Ende des ersten Kapitels meines zweiten Cori-Stein-Thrillers, der noch in diesem Jahr erscheinen soll. Hier findet ihr Teil 1 und Teil 2. Ich hoffe dieser kleine Vorschgeschmack macht euch neugierig 😉

Kapitel 1 (Teil 3)

Doch Cori war noch nicht fertig. Geschickt wich sie den beiden Polizisten aus, die nach einer Schrecksekunde versuchten, ihr die die Pistole zu entringen, sie sprang auf eines der Tischchen, damit sie besser zu sehen war. Das drohte zu kippen, doch sie behielt das Gleichgewicht. Über die Köpfe der Neugierigen hinweg schoss sie schräg nach oben. PENG! Und weil es so schön war, gleich noch einmal: PENG! Die Kugeln schlugen in der Wand des gegenüberliegenden Hauses ein. Eines Bürogebäudes, das immer noch beruhigend leer wirkte.

Auch diese Schüsse brachten den gewünschten Erfolg. Die Schaulustigen machten sich schleunigst davon.

„Oder so“, murmelte der Polizist, dem die Waffe gehörte. Dann streckte er die Hand aus. Mit einem eleganten Sprung landete Cori auf der Terrasse und übergab ihm die Waffe.

„Verstärkung kommt gleich“, sagte er. „Wir sperren die Straße ab und kümmern uns um alles andere. Zum Glück ist es eine Einbahnstraße.“ Er hatte offensichtlich das Sagen. Oder glaubte es zumindest. „Was Sie getan haben, war sicher gut gemeint. Aber jetzt sollten Sie machen, dass Sie wegkommen.“

Coris Smartphone zeigte 0:58, 0:57. Aus dem Café kam niemand mehr. Oder doch. Der Streifenpolizist, der zuerst da gewesen war.

„Niemand mehr drin“, brüllte er zu seinen Kollegen hinüber, die am Ende der Straße die Neugierigen zurückdrängten.

Er packte sie am Arm.

Niemand?

Wo blieb Leo?

Die Café-Terrasse war endlich leer. Auf der gegenüberliegenden Seite parkten einige Autos.

Cori schlug auf den Arm des Polizisten ein, der sie ungerührt hinter sich herzog.

„Lassen Sie mich los. Ich komme ja mit“, sagte sie.

Im selben Moment rief ihn einer seiner Kollegen zu Hilfe und er sah ein, dass Cori noch sein geringstes Problem war. Die Autos aufzuhalten war einfach. Aber die anliegenden Gebäude zu räumen beziehungsweise nach Menschen abzusuchen und gleichzeitig die Fußgänger aufzuhalten, überforderte die wenigen Polizisten. Immer wieder umgingen Einzelne die Absperrung, die so viele Lücken hatte, dass sie praktisch wertlos war, liefen nach vorn und machten Fotos.

Die Polizisten an der Absperrung hatten ihr den Rücken zugedreht und versuchten mit mäßigem Erfolg, die immer größer werdende Menge zur Vernunft zu bringen. Die Geräuschkulisse war eine Mischung aus Volksfest und Katastrophenfilm. Das Ganze war ein einziges Chaos. Mit einem richtig großen C.

Niemand beachtete Cori.

So schnell sie konnte lief zum Eingang des Cafés.

„Leo?“, rief Cori. Dann lauter: „Leo?“

„Alles in Ordnung“, hörte sie endlich seine Stimme von weiter hinten im Gebäude. „Ich komme sofort. Bring dich in Sicherheit.“

„Brauchst du Hilfe?“

„Nein. Geh in Deckung.“

Beunruhigt beobachtete Cori die Anzeige auf ihrem Smartphone: noch 22 Sekunden. Sollte sie in das Café rennen? Um was zu tun? Leo klang nicht verletzt. Und er wusste hoffentlich, was er tat. Wie sonst auch. Hatte er nicht für alle Fälle immer einen Plan B?

Zögernd trat Cori den Rückzug an und machte dabei zwei letzte Fotos. Auf der anderen Straßenseite parkte zwischen einigen PKWs auch ein LKW, der ziemlich massiv aussah. Von dort hatte sie den Eingang im Blick. Dort würde sie warten. Noch weiter würde sie sich auf keinen Fall zurückziehen. Nicht solange Leo nicht in Sicherheit war.

15 Sekunden.

Wieder lief jemand mit gezücktem Handy in die Gefahrenzone. Und mit einem Baby auf dem Arm!

„Hau ab du Idiot! In zwölf Sekunden fliegt hier alles in die Luft.“

Das hatte den gewünschten Effekt.

„Komm schon, komm schon, komm schon“, flüsterte sie.

Wo blieb Leo nur?

Leider hatte ihre Warnung noch einen anderen Effekt gehabt. Ein paar Spinner brüllten wie an Silvester: „Zehn, neun, acht.“ Mehr und mehr machten mit.

Vielleicht war Leos Uhr stehen geblieben. Cori verließ ihren sicheren Platz hinter dem LKW und rannte auf das Café zu.

„Leo“, brüllte sie. „Du musst jetzt da rauskommen. Sofort!“

Ihr Weg führte sie beunruhigend nah an die Bombe heran. Von der Absperrung her riefen die Polizisten ihr etwas zu.

Da hörte sie Schritte und eine Frau erschien in der Eingangstür, sie zögerte und blickte zurück – und da war endlich Leo.

Mit einem kleinen Jungen unter dem Arm schoss er aus dem Café.

„Hier“, schrie Cori.

Das dumme Volk zählte: 2, 1.

Null.

Cori packte die Frau beim Arm. Drei Sekunden zu wenig hatte sie zur Sicherheit auf der Stoppuhr eingestellt. Das musste reichen.

Die Frau mit sich ziehend erreichte Cori das Heck des LKWs. Sie warf sich dahinter zu Boden und zielte im Fallen mit ihrem Smartphone unter dem Wagen hindurch auf die Plastiktüte. Die Videofunktion war schon aktiviert.

Mit dem Jungen in seinen Armen umrundete Leo die Fahrerkabine des LKWs.

Verblüffte Stille.

Dann erste enttäuschte Stimmen in der Menge.

BUMM!

Die Bombe ging hoch. Genau in dem Moment, als alle vier in Sicherheit waren – als habe sie darauf gewartet.

Cori zuckte zusammen. Ihren Arm schmerzhaft verdreht verharrte sie wie die anderen im Windschatten eines der großen Reifen. Hoffentlich hatte die Kamera die Explosion gefilmt.

***

Falls es jemand noch nicht gesehen hat: Ich habe hier im Blog auch schon die 99. Seite des Manuskripts veröffentlicht.

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