Mein Besuch der Frankfurter Buchmesse in Bildern

Wie vermutlich die meisten Autoren schreibe ich nicht nur Bücher, sondern lese sie auch gerne. Ich habe also einen doppelten Grund immer mal wieder, wenn ich Zeit habe, die Frankfurter Buchmesse zu besuchen, s. mein Bericht von 2011. In diesem Jahr kam ein weiterer hinzu: Es gab eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die sich dem Self-Publishing widmeten, und wie Sie vielleicht wissen, gebe ich meine Geschichten inzwischen selbst heraus, und zwar vorwiegend als E-Books bei Amazon.

Als Journalistin gelte ich als Fachbesucherin. Das heißt, mir wird auch unter der Woche Eintritt zur Buchmesse gewährt. Für „Zivilisten“ öffnen sich die Pforten nur samstags und sonntags und entsprechend voll ist es dann.

So sah es im Pressezentrum aus, als ich am Donnerstagmorgen dort eintraf:

IMAG0083In solch einer schönen Einkaufstasche bekommt man die Presseunterlagen:

IMAG0084Zuerst warf ich im Vorübergehen am Stand des Gutenberg-Museums aus Mainz einen Blick auf die Druckerpresse, mit der alles (sprich: Bücher für die Massen) begann.

IMG_0559Dann begab ich mich zur Self-Publishing Area in der Halle 3.1. Dazu muss ich ergänzen, dass ich Mitglied in einer Facebook-Gruppe zum Thema Self Publishing bin und mich darauf freute, einigen der AutorInnen, die ich aus ihren Beiträgen dort und aus Diskussionen in den Kommentaren kenne, einmal persönlich zu begegnen und mit ihnen zu sprechen. Das ist mir auch gelungen, etwa mit Matthias Matting:

MatthiasMattingMarah Woolf:

MarahWoolfNika Lubitsch:NikaLubitschsowie mit einer Reihe anderer Autorinnen wie Hilke-Gesa Bußmann, Andrea Bielfeldt und Katja Piel und mit Melanie Döring (einer Bloggerin), Dorothea Kenneweg (einer Lektorin) und Corinna Rindlisbacher von ebokks,von denen ich leider keine Fotos habe. Es ist schön, dass ich die Menschen hinter den Facebook-Fotos kennenlernen und mehr oder weniger lange mit ihnen plaudern konnte (einige von uns saßen zum Ausklang das Messetags noch bei Wasser und Prosecco zusammen).

Ebenfalls persönlich kennengelernt habe ich den unvergleichlichen Hugh Howey, einen meiner Self-Publishing-„Helden“:

IMG_0562Mehr über diese Begegnung habe ich bei Facebook geschrieben.

Ich habe mir insgesamt drei Podiumsdiskussionen angeschaut.

1. „Braucht man einen Verlag?“

IMG_0572mit (v. l. n. r.) Emily Bold, Johannes Monse, Matthias Matting, Annelie Wendeberg,

IMG_0574(wieder Annelie Wendeberg), ihrem Lektor Lutz Dursthoff von Kiepenheuer & Witsch, Hanna Kaufhold und der Moderatorin Tamara Weise. Leider ist der „Winkel“ meiner Kamera nicht „weit“ genug, um alle gemeinsam auf ein Foto zu bannen.

Als Überraschungsgast kam für einige Minuten Hugh Howey hinzu,

IMG_0579den Annelie Wendeberg vorstellte und interviewte. Einen Bericht über diese Veranstaltung können Sie hier lesen: „Ich stand da wie im Urwald“.

2. „Mit Amazon unabhängig publizieren“, veranstaltet von Amazon CreateSpace. Im Mittelpunkt standen Marah Woolf und ihre Erfolge und Erfahrungen:

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Anschließend gönnte ich mir eine Pause bei einem Glas

IMG_0596an einem Stand, an dem es nicht um Bücher ging (auch das gibt es auf der Buchmesse, wenn auch selten). Anschließend hörte ich mir an

3. „Du kommst hier nicht rein! Self-Publisher und der Handel“

IMG_0604mit (v. l. n. r.) Bernhard Mischke, Martina Bergmann, Danny R. Wood, Nika Lubitsch

IMG_0605und dem Moderator Holger Heimann.

Mein Fazit aus diesen Diskussionen? Überrascht war ich, wie offen und durchaus positiv ein Verlag wie Kiepenheuer & Witsch (vertreten durch Lutz Dursthoff) dem Self-Publishing gegenüber steht. Das ist jedoch nicht immer der Fall. Zwar erklärten einige der AutorInnen, dass sie Verlagsangebote nicht von vornherein ablehnen, allerdings seien diese nicht „zeitgemäß“, wie das Börsenblatt in dem oben erwähnten Artikel Emily Bold zitiert.

Was damit vermutlich gemeint ist: Wir Indie-Autoren haben uns daran gewöhnt, über Dinge wie Cover- und Preisgestaltung und vieles mehr die Kontrolle zu haben, prozentual viel mehr Geld zu verdienen als bei einem Verlagsbuch und sämtliche Veröffentlichungsrechte zu behalten, bis wir sie dann vielleicht stückweise (für bestimmte ausländische Märkte, Film, Audio o. Ä.) gut überlegt und evtl. nur für bestimmte Zeit abtreten.

Verträge, in denen wir sämtliche Rechte auf immer und ewig an einen Verlag abtreten, der gleichzeitig allein über den Titel, das Cover usw. bestimmt, und das für Tantiemen, die deutlich schlechter sind als z. B. bei Amazon/KDP, sind einfach nicht attraktiv. Verlagsleistungen wie Lektorat oder Covergestaltung können wir auch selbst hinzukaufen, sprich: an Freiberufler mit den entsprechenden Qualifikationen outsourcen. Und für die Werbung für unsere Bücher sind wir, ob mit oder ohne Verlag, ohnehin zum größten Teil selbst zuständig — von ein paar Bestsellerautoren einmal abgesehen.

Wie Nika Lubitsch ganz richtig betonte, brauchen Self-Publisher auch keinen Verlag, um gedruckte Bücher in die Buchhandlungen zu bringen — auch dafür gibt es inzwischen Anbieter. Die Schwierigkeit besteht für alle AutorInnen darin, dass ihr Bücher dort auch sichtbar, also z. B. auf den Tischen im Eingangsbereich platziert sind. Und dabei hilft ein Verlag in der Regel wieder nur, wenn man schon Bestseller schreibt.

Mein persönliches Fazit? Ich fuhr hochzufrieden und inspiriert am Abend aus Frankfurt zurück, denn ich habe einige interessante und ausgesprochen nette KollegInnen endlich einmal in persona kennengelernt — ganz wie ich es gehofft hatte.

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