WILLKOMMEN!

Auf dieser Website finden Sie Informationen zu meinen Krimis, zu meinen Aktivitäten als Krimiautorin und zu anderem, was für Leser interessant sein könnte. Die obere Bildleiste (der Header) dieses Blogs zeigt übrigens einen Ausschnitt aus dem Cover meines Krimis OHNE SKRUPEL, der als erster Teil einer Serie von, genau, Cori Stein-Thrillern gedacht ist.

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Spartipp für Fans von Anja Zenk und Kommissar Kolm

Der preisgünstingste Weg, alle derzeitigen Geschichten mit meinen beiden beliebten Serienermittlern Anja Zenk und Kommissar Kolm zu erwerben, ist das E-Book Die Detektivin und der Kommissar für gerade einmal 2,68 € zu erstehen. (Alle Angaben in diesem Beitrag stammen vom 6.5.2013. Sollten Sie dies Monate oder Jahre später lesen, hat sich möglicherweise etwas geändert.)

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Dieser Band enthält nämlich alle Geschichten aus:

A bis Z-Ermittlungen (vier Anja Zenk-Kurzkrimis), Preis 0,99 €
sowie
den recht langen Anja Zenk-Kurzkrimi Tatort Teufelsbrücke, Preis 0,89 €
außerdem alle Storys aus
Kommissar Kolm löst jeden Fall, Preis 0,99 €
und
den recht langen Kurzkrimi Unrecht Gut, Preis 0,89 €.
Macht insgesamt: 3,76 €.

Oder aber Sie kaufen Die Detektivin und der Kommissar mit allen elf Geschichten für 2,68 € und sparen 1,08 €. Weitersagen ;-)

(Stand: 6.5.2013)

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Rettende Engel – wie mein neuer Krimi entsteht

Wattpad ist eine Plattform, bei der Autoren ihre Texte veröffentlichen, Leser Geschichten finden und alle miteinander kommunzieren können. Eine tolle Sache finde ich. Es sind dort bekannte AutorInnen vertreten wie Margaret Atwood, CJ Lyons und Marian Keyes – und seit kurzer Zeit auch ich.

Ich habe Wattpad zunächst getestet, indem ich ein paar Kurzkrimis hochgeladen habe. Aber nun bin ich ins kalte Wasser gesprungen: Ich möchte dort peu à peu einen ganzen Krimi schreiben. Mehr erfahren Sie auf der Website der Plattform unter der Überschrift Rettende Engel.

Schauen Sie einfach mal bei Wattpad vorbei und folgen Sie mir dort, wenn Sie mögen. Ich würde mich freuen.

REPS: Keine Angst, den zweiten Cori Stein-Thriller habe ich nicht vergessen. Ich hoffe, dass ich demnächst die Geschichte in groben Zügen entworfen habe, s. mein Arbeitsplan für den Mai.

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Kostenloser Kurzkrimi Nr. 3: Blumen des Bösen (Teil 2)

Hier folgt, wie gestern versprochen, der zweite Teil meines Kurzkrimis BLUMEN DES BÖSEN:

Richard sank von dem Stein, auf den er sich gerade erst gesetzt hatte, und fiel bäuchlings zwischen die Blumen. Er war erstaunlich klein und schmal, wie er so da lag. Trotzdem drückte er die zarten Pflanzen nieder. Schade.

Sie wartete. Er krümmte sich, würgte. Zeit verging. Bienen summten. Vögel landeten auf der Wiese, hüpften umher und flogen weiter.

Dann verstummte sein Atem. Sie kniete sich auf den flachen Felsbrocken, um möglichst wenig Fußspuren zu hinterlassen, beugte sich zu ihm hinunter und fühlte vorsichtig seinen Puls: nichts.

Sie stellte die Thermosflasche auf den Boden und legte die beiden Packungen, die jetzt keine Schlaftabletten mehr enthielten, daneben. Sie hatte den Jackenärmel über ihre Hand gezogen, denn sie wollte auf den Schachteln keine Fingerabdrücke hinterlassen.

Die Schlaftabletten waren Richards. Der Arzt hatte sie ihm nach der Pensionierung verschrieben. Sie war schlau genug, die erste Packung verschwinden zu lassen, so dass er sich eine zweite holen musste. Man wusste nie, wozu man so etwas brauchen konnte.

Zweieinhalb Stunden später schlenderte Iris durch die Kölner Innenstadt. Sie warf die alte graue Strickjacke in einen Altkleidercontainer und die Sonnenbrille in einen Papierkorb. Die braune Perücke, die auf der Rückfahrt ihre kurzen grauen Haare verdeckt hatte, war schon am Bahnhof im Restmüll gelandet.

Sie hatte die Perücke aufgesetzt, nachdem sie den Spaten zurück in den Kofferraum des Autos gelegt hatte. Dann hatte sie ihre Wanderkarte zu Rate gezogen und sich aufgemacht nach Nettersheim. Auf dem Weg und im Zug nach Köln waren ihr zwar einige Menschen begegnet. Wanderer, eine Schulklasse, ein paar Fahrgäste. Aber eine Frau in ihrem Alter beachtete niemand. Und selbst wenn, sie war ja verkleidet.

Richard hatte sich immer darüber lustig gemacht, dass sie so gerne Krimis las. Nun, Lesen bildet. Als er den Ausflug vorschlug, wusste sie, was er vorhatte. Dachte er wirklich, er könne ihr nach all den Jahren etwas verheimlichen? Dass er den Spaten einpackte, bestätigte ihre Vermutung. Sonst nahm er nur eine kleine Schaufel mit, wie man sie auch auf dem Friedhof benutzt.

Wenn jemand fragte, würde sie sagen: „Richard ist zum Wandern in die Eifel gefahren.“ Das tat er schließlich öfter. Und sie hatte einen Stadtbummel gemacht. Falls sie bis morgen früh noch keine Nachricht von seinem Tod hatte, würde sie ihn vermisst melden. Sicher war sie nicht die erste trauernde Witwe, die von den Selbstmordabsichten ihres Mannes nichts geahnt hatte.

Endlich konnte sie die vielen Kurzgeschichten, die sie geschrieben hatte, abtippen – auf seinem geheiligten PC. In ihnen hatte sie die verschiedensten Szenarien durchgespielt. Es ging nichts über eine gute Planung. Die Geschichten wollte sie an Verlage schicken und bei Wettbewerben einreichen. Und jetzt, wo sie unbegrenzt Zeit und Freiraum hatte, würde sie einen Roman schreiben. Auch der würde natürlich, wie schon die Kurzgeschichten, ein Krimi. Sie konnte es kaum erwarten und spürte, wie sie innerlich aufblühte.

Um die Frage von gestern zu beantworten, was ich bei dieser Kurzgeschichte ausprobiert habe: Ich habe die Erzählperspektive gewechselt. Haben Sie’s bemerkt? Zuerst spricht bzw. denkt der Mann (Richard), dann – im heutigen Teil – die Frau (Iris). Normalerweise sollte man bei einer so kurzen Story bei einer Sichtweise bleiben, doch hier gefiel mir der Wechsel, auch, weil er, so hoffe ich, für eine Überraschung sorgt.

Diesen Kurzkrimi und 19 weitere finden Sie auch in meinem Buch SHOWDOWN IN WOHLGELEGEN – zum Selberlesen nund Verschenken und erhältlich im Buchhandel oder bei Amazon:

Alle meine bisher erschienen Anja Zenk-Kurzkrimis sowie diejenigen mit dem gewitzten Kommissar Kolm (also sozusagen mit Serienfiguren) finden Sie in diesem Sammelband:

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Wenn Ihnen der Sinn nach einer längeren Geschichte steht, empfehle ich Ihnen meinen Thriller “Ohne Skrupel”:

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Kostenloser Kurzkrimi Nr. 3: Blumen des Bösen (Teil 1)

Und weiter geht es mit meiner Reihe kostenloser Krimikurzgeschichten. Auch bei dieser habe ich etwas ausprobiert. Was, verrate ich (noch) nicht.

BLUMEN DES BÖSEN

So weit, so gut, dachte er. Niemand aus der Nachbarschaft hatte gesehen, wie Iris zu ihm ins Auto stieg. Zum Glück war die Einfahrt durch hohe Liguster-Hecken verdeckt. Wie gut, dass er sie immer so gut in Schuss gehalten hatte.

Zuerst war sie erstaunt gewesen, als er vorschlug, sie solle ihn begleiten. Normalerweise war er bei seinen Ausflügen gern allein. Aber dann hatte sie zugestimmt. Geradezu begeistert. Wusste der Himmel, was sie sich davon erhoffte.

Er konnte ihr ewiges Geplapper nicht ertragen. Und seit seiner Pensionierung war es noch schlimmer. Er vermisste die Versicherung nicht und auch nicht seine Kollegen. Aber die Ruhe im Büro, die fehlte ihm. Jetzt musste er die Tür des Arbeitszimmers schon mit Nachdruck schließen, um seiner Frau zu entkommen. Am einfachsten war es, wenn er sich erst an den Computer setzte, nachdem sie eingeschlafen war.

Sein Hobby waren Orchideen. Sie waren schlank, ätherisch, exotisch. Und so stellte er sich auch die junge Thailänderin mit dem Namen Orchid vor. Inzwischen hatte er ein Foto von ihr, das er jeden Abend sehnsüchtig auf dem Bildschirm seines PCs betrachtete. Sie war Grundschullehrerin und schon nach wenigen E-Mails und SMS wahnsinnig in ihn verliebt. Wie gerne würde sie nach Deutschland kommen. Aber sie wollte ihre kranke Mutter und ihre jüngeren Geschwister nicht unversorgt zurücklassen. Kein Problem, hatte er ihr geschrieben, er könne ihr Geld schicken.

Aber ein Problem gab es doch: Iris. Sie war schon jetzt misstrauisch und meckerte wegen der hohen Internet- und Handyrechnungen. Nun, für jedes Problem gab es eine Lösung. Alles eine Frage der Planung.

Er hatte Iris erzählt, dass er frühmorgens los wollte, damit ihn niemand beobachtete. Denn was er vorhatte, war streng genommen verboten. Besonders schöne Orchideen schnitt er ab und stellte sie zu Hause in hohe, schlanke Vasen. Andere grub er aus und pflanzte sie in Blumentöpfe. Leider gingen sie schnell ein. Aber es gab ja Nachschub. In der Eifel. Er kannte ein paar abgelegene Stellen, an denen verschiedene einheimische Arten wuchsen. Man durfte sich nur nicht von irgendwelchen Naturschutzaposteln erwischen lassen.

Schon hatten sie die sanften Hügel und flachen Wiesen der Eifellandschaft erreicht. Es war ein schöner Junitag und er freute sich auf den Anblick der seltenen und eleganten Pflanzen. Die Eifel war berühmt für ihre Orchideen – jedenfalls bei Kennern. Wo Orchideen wachsen, ist die Natur noch in Ordnung.

Vor ihnen auf der rechten Seite erschienen eine Kuppe mit einer Gruppe von Laubbäumen und ein Trampelpfad, der hinaufführte. Sie waren am Ziel.

Er parkte den Wagen am Rande der kleinen Landstraße und erklärte Iris, dass hinter den Bäumen verschiedene Knabenkrautarten wuchsen. Das stimmte auch. Warum sollte er nicht einige Pflanzen mitnehmen, wenn er schon einmal hier war?

Iris griff hinter ihren Sitz, zog die kleine Thermosflasche aus der unförmigen braunen Ledertasche, die sie immer mitschleppte, und hielt sie ihm hin. „Noch ein Schluck Kaffee, ehe wir losgehen?“

Keine schlechte Idee. Er goss den Becher voll und trank. Der Kaffee war wirklich extrem stark. Gut so. Er würde ihn hellwach machen. Seine Reaktionsfähigkeit erhöhen. Danke, Iris, dachte er und verzog den Mund zu einem winzigen ironischen Lächeln.

Er trank noch einen halben Becher. Dann gab er ihr die Thermosflasche zurück und sie stellte sie vorsichtig in ihre große Umhängetasche. Sie stiegen aus. Warum diese Frau immer so eine riesige Tasche mitschleppte, war ihm ein Rätsel. Aber das würde er jetzt nicht mehr lösen.

Er holte den Spaten aus dem Kofferraum. Merkwürdig, wie schwer er ihm plötzlich vorkam. Er wusste noch nicht, ob er Iris erschlagen sollte oder doch erwürgen. Das würde er dem Augenblick überlassen. Und dann entscheiden, ob er ihre Leiche tatsächlich irgendwo vergraben oder doch von einem Raubmord erzählen sollte. Sich Dinge auszudenken war schon in der Schulzeit nicht seine Stärke gewesen und er hatte Aufsätze gehasst wie „Mein aufregendstes Erlebnis“ oder „Ein Besuch im Zoo“. Außerdem fühlte er sich plötzlich seltsam leer im Kopf.

Wortlos nahm Iris ihm die schwere Schaufel aus der Hand und er war ihr tatsächlich dankbar. Er hatte den Weg nicht als so anstrengend in Erinnerung und so heiß brannte die Sonne an diesem Junimorgen doch auch noch nicht.

Endlich hatten sie die Bäume umrundet und standen vor einer Blumenwiese. Dicht an dicht ragten die violetten Blütenstände aus dem Gras empor. Schmetterlinge taumelten von Blüte zu Blüte. Er schwankte. „Ich muss mich setzen“, stieß er hervor und plumpste auf einen Felsbrocken. Wenigstens hatte Iris aufgehört zu reden.

Wie es weitergeht, erfahren Sie morgen an dieser Stelle. Wer es gar nicht abwarten kann, der kann die gesamte Geschichte auch bei Wattpad lesen.

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Kostenloser Kurzkrimi Nr. 2: Randale

Kurzgeschichten eignen sich wunderbar, um verschiedene Dinge auszuprobieren. Die folgende habe ich aus der Ich-Perspektive erzählt.

RANDALE

Als ich im Krankenhaus aufwachte, wusste ich zuerst nicht, wie ich dort gelandet war. Aber dann fiel es mir wieder ein.

Der Tag hatte so gut angefangen. Die Sonne schien und die Vögel zwitscherten. Die Passanten waren gut gelaunt und in der Stimmung, Geld auszugeben. Es war ein Samstagmorgen im April und langsam belebte sich Die Zeil – „Deutschlands umsatzstärkste Einkaufsstraße, die täglich eine halbe Million Besucher anlockt!“, wie es in der Stadtwerbung heißt.

Auch ich war guter Laune – und bereit, dieses Idyll mal ordentlich aufzumischen. Ich kippte mir Bier ins Gesicht, warf die Dose in den Rinnstein und zog die Kapuze meines grauen Sweatshirts über den Kopf.

Zum Aufwärmen pöbelte ich einen gepflegten älteren Herrn an: „Ey, aus dem Weg, du Sackgesicht.“

Dann trat ich ein paar Mal nach einem Penner, der es sich in einem Hauseingang gemütlich gemacht hatte, und blies ihm meinen Bieratem ins Gesicht. „Ey, du Penner. Glotzt’n so blöd?“

Im Weggehen stieß ich die Dose mit seinem erbettelten Kleingeld um. Schöner Sound-Effekt. Es schepperte und klingelte und die Münzen rollten in alle Richtungen. Den Fünf-Euro-Schein steckte ich ein.

Ein paar Einkaufsbummler schauten weg und machten, dass sie weiterkamen. Andere starrten mich an: ängstlich, entgeistert oder böse. Einige tuschelten miteinander oder murmelten empört. Aber ansonsten ließen mich alle in Ruhe.

Ich war gespannt, ob jemand die Polizei rief. Sollten sie doch.

Schon hatte ich mein nächstes ‚Opfer’ erspäht. Die ältere Dame wirkte harm- und hilflos. Ich grinste hämisch. Leichte Beute.

Mit einem Ruck riss ich am Gurt ihrer Umhängetasche.

„Was erlauben Sie sich?“, rief sie mit zitternder, aber erstaunlich lauter Stimme. Hartnäckig hielt sie ihre Tasche mit beiden Händen umklammert. Sie zog in die eine Richtung, ich hielt dagegen. Wäre doch gelacht.

Da fasste jemand meinen rechten Arm. Gleichzeitig kreischte mir eine Frauenstimme ins Ohr: „Loslassen, du Mistkerl!“ Ein oder zwei Dezibel mehr und mir wäre das Trommelfell geplatzt.

Aber da kam sie bei mir an den Richtigen. So schnell gebe ich nicht auf.

„Ey, du dumme Kuh. Zieh Leine.“

Ich schüttelte sie ab und konzentrierte mich auf die Handtasche. Da ging eine Dritte, noch ganz jung und mit schwarz umränderten Augen, wie eine Furie auf mich los.

„Lass die Omma in Ruhe, du fiesen Kerl.“

Ich dachte noch: ‚Kommt die aus Köln?’, da erwischte sie mich voll mit der spitzen Ecke ihrer Einkaufstasche knapp neben meinem linken Auge. Leider war das nämlich keine Plastiktüte, sondern so eine Tasche aus festem, glänzenden Papier von einer Parfümerie. Schon schwang sie das Teil erneut an seinen Griffen aus roten Kordeln.

Es war das reine Chaos. Die Alte zog an ihrer Tasche, die Junge ging dazu über, mir mit ihrer beringten Faust ins Gesicht zu schlagen und, davon ermutigt, trat mir die Kreischende mit ihren spitzen Pumps gegen das Schienbein.

Ich verlor erst den Überblick und dann das Gleichgewicht, denn jemand hatte mir einen kräftigen Stoß gegeben.

Ich dachte: Jetzt bringen sie dich um – und nur, weil du eine Handtasche klauen wolltest. Dann habe ich das Bewusstsein verloren.

Vielleicht wäre in der Fressgass oder in der Goethestraße alles anders gelaufen. Oder auch nicht. Wenigstens hatte ich genug Verstand besessen, einen Tiefschutz anzulegen. Sonst wäre es mir noch übler ergangen. Nie hätte ich gedacht, dass Frauen so brutal sein können.

Dabei habe ich noch versucht, alles zu erklären und zu rufen: “Das ist doch nur gestellt. Ich bin Schauspieler.”

Allerdings war es schwierig, ein Wort herauszubekommen, weil ich mich gleichzeitig vor den Schlägen einer kleinen, aber erstaunlich kräftigen älteren Frau schützen musste, die mit ihrem Stockschirm auf mich einprügelte und jeden ihrer Hiebe unterstrich, indem sie, passend zum Rhythmus ihrer Hiebe, ausstieß: “Dir – werd’ – ich’s – zeigen – alte – hilflose – Frauen – zu – ü – ber – fal – len!”

Mein angebliches Opfer hat, als ich am Boden lag, noch versucht, die Leute wegzuziehen. Doch erst der Kameramann, der sich an einem Fenster im ersten Stock eines Bürogebäudes postiert hatte, um alles zu filmen, und der sich für meinen Geschmack für seinen Weg von dort hinunter zum Ort des Geschehens ziemlich viel Zeit ließ, also, erst dieser Kameramann und ein herbeigeeilter Polizist konnten die Leute beruhigen und überzeugen, dass es sich nur um einen Test des Lokalfernsehens handelte.

Die Aufzählung, die ich am nächsten Tag auf meinem Krankenblatt las, war brutal: ein zugeschwollenes Auge, Kratzspuren im Gesicht, ein ausgerenkter Daumen, zwei gebrochene Rippen und jede Menge blaue Flecken.

Mangelnde Zivilcourage? Das ich nicht lache. Da mache ich lieber wieder Anti-Gewalt-Training mit Teenagern. Die schlagen nicht so fest zu. Aber erst müssen die Rippenbrüche verheilen.

Was ich hier noch ausprobiert habe? Zum Beispiel, ohne Mord auszukommen.

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Kostenloser Kurzkrimi Nr. 1: UNAUFFINDBAR

Ab heute werden Sie hier im Blog hin und wieder und in loser Folge einen meiner Kurzkrimis als kleine Lektüre für zwischendurch finden. Viel Spaß!

UNAUFFINDBAR

So weit war alles gut gegangen. Der Überfall war abgelaufen wie am Schnürchen. Die Info, die Hans – kein Nachname, nur eine Handynummer – ihm über die Bank geliefert hatte, war einwandfrei.

„Bring eine Schreckschusspistole, das reicht“, hatte Hans gesagt.

Von Polizei war weit und breit nichts zu sehen und zu hören. Überhaupt war wenig los auf der Landstraße, die sich durch die Hügel mit Wiesen und kleinen Wäldern schlängelte. Ein wenig beunruhigte ihn der Volvo, der ihm jetzt schon seit fünf Minuten folgte. Marke Familienkutsche, mit einer Frau am Steuer. Vermutlich harmlos. Um sich abzulenken, schaltete er das Radio ein.

Er fand einen regionalen Sender, der die Nachricht vom inzwischen fünften Überfall dieser Art innerhalb eines Jahres in der Eifel verkündete. Obwohl die Täter maskiert waren, konnte man auf den Bildern der Überwachungskameras doch erkennen, dass es sich um verschiedene Personen handelte. Von den Tätern und ihrer Beute fehlte bisher jede Spur. Die Polizei tippte auf eine Bande aus dem Ausland.

Er setzte den Blinker und lenkte das Auto in einen Feldweg. Der Volvo fuhr vorbei. Er wartete, bis der Wagen außer Sichtweite war, dann stieß er zurück auf die Landstraße und setzte die Fahrt fort.

Nicht mehr weit bis zum Treffpunkt. Er schaute auf die Uhr. Alles im grünen Bereich. Der Volvo blieb verschwunden.

Hans wartete wie verabredet am Ende der Schotterstraße vor einem Holztor in der Felswand. Mit seiner Brille, kurzem grauem Haar und einer braunen Cordhose sah er aus wie ein Beamter.

„Ist dir jemand gefolgt?“

„Nein.“ Die Frau im Volvo zu erwähnen, hielt er für unnötig.

Hans grinste. Er grinste immer noch, als sie Motorengeräusche hörten und ein in Silbermetallic lackierter BMW auf sie zukam.

„Wer ist das?“ Der Bankräuber verbarg die Plastiktüte mit den Geldscheinen hinter seinem Rücken, zog seine Baseballkappe tiefer in die Stirn und blickte misstrauisch zu den Ankömmlingen hinüber.

„Entspann dich. Das sind nur die Leute, die deinen Wagen entsorgen.“

Tatsächlich sprangen zwei Männer aus dem BMW, winkten ihnen zu und machten sich daran, die Nummernschilder am Fluchtauto auszutauschen. Dann waren sie und die beiden Autos auch schon verschwunden.

„Komm.“ Hans schloss die Holztür auf und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Wir müssen dich verstecken. Für ein paar Tage wenigstens. Hier seid ihr sicher, das Geld und du. Wir teilen später.“

Ohne das Schild, das Unbefugten den Zutritt verbot, zu beachten, betraten sie den mannshohen, gemauerten Gang. Hans hatte hier als Gutachter gearbeitet, nachdem Kinder hinter allerlei Gestrüpp eine Öffnung im Fels und den Gang dahinter entdeckt hatten. In dem mittelalterlichen Tunnel verliefen früher einmal Rohre durch den Berg, für die Wasserversorgung. Ähnlich wie beim Tiergartentunnel von Blankenheim. Hans erzählte ihm, dass er absichtlich einen Seitenarm für einsturzgefährdet erklärt hatte. Als ganz private Rückzugsmöglichkeit.

Hans ging mit seiner Taschenlampe voraus. Nach kurzer Zeit blieb er stehen. Er entfernte einige Bretter aus einer Absperrung in der Mauer und leuchtete in den Stollen dahinter.

„Hier findet dich niemand. Garantiert.“

Der Lichtkegel der Taschenlampe glitt über die Wände und ruhte für einen Moment auf vier dicht in Plastikplanen verpackten, länglichen Bündeln, die auf dem Boden lagen.

Ehe er sie genauer betrachten konnte, waren sie in der Dunkelheit verschwunden, denn Hans hatte die Taschenlampe beiseitegelegt.

Etwas raschelte unter seinen Füßen.

Eine Plane.

Gut.

Blitzschnell machte er einen Schritt vorwärts, drehte sich um und feuerte mit der Pistole auf den Schatten, der beide Hände hoch erhoben hatte.

Aus der Tüte mit dem Geld nahm er Handschuhe und zog sie an. Dann verpackte er Hans, der noch immer die Drahtenden umklammert hielt, in seiner eigenen Plastikplane und legte ihn zu den anderen. Er brauchte nicht lange zu suchen, bis er den Rucksack mit der Beute aus den früheren Überfällen gefunden hatte.

Ehe er scheinbar zufällig mit Hans ins Gespräch kam, hatte er ihn schon eine Weile in den einschlägigen Kneipen in Köln beobachtet. Und die Nachrichten über die Banküberfälle verfolgt.

Erst hatte er noch länger warten wollen. Aber bei einem Amateur bestand immer die Gefahr, dass er irgendwann aufflog. Selbst wenn er über ein todsicheres Versteck verfügte.

Sorgfältig platzierte er die Bretter wieder in der Absperrung.

Er lächelte. Dann sagte er im selben Tonfall wie Hans: „Hier findet dich niemand. Garantiert.“

Wer sich dafür interessiert, kann diese Version mit der früheren auf meiner Website vergleichen: Unauffindbar. Kleiner Hinweis: Ich habe nur an den allerletzten Sätzen etwas gefeilt.

Es ist wohl eine Autorenkrankheit. Jedes Mal, wenn ich mir einen älteren Text anschaue, finde ich etwas, das mir so nicht mehr gefällt. (In diesem Fall das Verb “nachäffen” in der älteren Fassung.)

Aber zurück zum Wesentlichen: Den Kurzkrimi “Unauffindbar” und 19 weitere finden Sie in meinem Buch SHOWDOWN IN WOHLGELEGEN – zum Selberlesen nund Verschenken und erhältlich im Buchhandel oder bei Amazon:

Alle meine bisher erschienen Anja Zenk-Kurzkrimis sowie diejenigen mit dem gewitzten Kommissar Kolm (also sozusagen mit Serienfiguren)  finden Sie in diesem Sammelband:

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Welche Bücher eine Krimiautorin kauft

Bei Amazon gibt es im Moment einige englische E-Books zu besonders günstigen Preisen. Bei solchen Gelegenheiten stöbere ich gerne mal im Angebot und werde häufig auch fündig.

Heute habe ich wieder zugeschlagen und mir einiges zugelegt bzw. in einem Fall vorbestellt, das speziell für die Krimiautorin in mir interessant und hilfreich sein könnte.

Und zwar:

1. Cause of Death: Memoirs of a Home Office Pathologist von Geoffrey Garrett,

2. Crime Scene Investigator von Paul Millen,

3. The Agatha Christie Miscellany (Literary Miscellany) von Cathy Cook, die zu diesem Thema auch eine Website hat.

Ich denke, die Titel der Bücher sprechen für sich und es bedarf keiner weiteren Erklärungen,warum eine Krimiautorin sie lesen möchte ;-)

Außerdem habe ich mir noch gekauft:

4. Band-Aid for a Broken Leg: Being a doctor with no borders and other ways to stay single von Damien Brown,

weil ich mich als Mensch und Autorin für fremde Lebenswelten und Berufe interessiere und weil ich als Thriller-Schriftstellerin gerne mehr über andere Länder und Kontinente und das Leben dort erfahre. Von einer Autobiographie wie dieser erhoffe ich mir viele authentische Details. Genau wie auch von  den beiden ersten Bücher in dieser Aufzählung.

Wer weiß, vielleicht fließt dann ja irgendetwas davon  in eine meiner Geschichten ein.

Sie sehen, auch das gehört zur “Arbeit” einer Autorin. Ja, das Leben ist hart ;-)

Veröffentlicht unter Autorenleben